Unternehmen unterschiedlicher Branchen haben sich 2007 zur Initiative "2°- Deutsche Unternehmer für Klimaschutz" zusammengeschlossen. Dies mit dem Ziel, in einer Partnerschaft aus Politik und Wirtschaft die weltweiten Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren und die globale Erderwärmung auf 2° Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.
Die Initiative 2° begrüßt die bei der UN-Klimaschutzkonferenz in Cancun im Dezember 2010 erzielten Vereinbarungen und bewertet diese als einen wichtigen Zwischenerfolg zur Weiterentwicklung eines verbindlichen internationalen Handlungsrahmens für den Klimaschutz.
Im Abschlussdokument von Cancun bekennen sich die Unterzeichnerstaaten offiziell zu dem Ziel, die globale Erderwärmung auf 2°C zu begrenzen. Bis zum nächsten Klimagipfel im Dezember 2011 in Südafrika müssen die Details zur Ausgestaltung der beschlossenen Instrumente festgelegt und die vorgelegten nationalen Ziele und Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasen aller Länder weiter angepasst werden, um die Erreichung des 2°-Ziels zu ermöglichen.
Auch die regio iT möchte durch ihr unternehmerisches Handeln und mit technologischen Innovationen einen direkten Beitrag für den Klimaschutz leisten. Neben dem zentralen Interesse erfolgreich zu wirtschaften, investieren wir schon heute in den Klimaschutz. Wo immer möglich – denn ohne aktive und effiziente Maßnahmen gegen den Klimawandel drohen nicht nur immense ökologische, sondern auch ökonomische Folgekosten. Nicht nur eine Frage der Verantwortung also, der wir uns ebenso vorausschauend wie konsequent stellen möchten, sondern gleichsam eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Gerade in Zeiten steigender Energie- und Rohstoffkosten.
Worauf es uns ankommt: Investitionen wagen, Veränderungen in Gang setzen. Verbindlich, effektiv und kostenbewusst. Dabei werden erfolgreiche Lösungen immer auch auf eine ganzheitliche Betrachtung von Hardware, Software und Gebäudetechnik ausgerichtet sein.
regio iT und der Klimaschutz – unsere Agenda:
1. Virtualisierung der Serverinfrastruktur
In den letzten Jahren hat die regio iT zunehmende Rechenleistung auf immer weniger physikalische und mehr virtuelle Server verlagert. So lässt sich die Hardwareleistung eines einzelnen Servers zu 80 bis 90 Prozent ausnutzen, statt vormals zu 10 bis 20 Prozent. Zudem braucht die neue Server-Architektur deutlich weniger Strom und Kühlung.
Damit konnte regio iT nicht nur ihre Energiekosten senken, sondern spielt auch ganz vorn mit in der Liga der „grünen“ Rechenzentren.
Virtualisierung ist auch der Schlüssel für das Stromsparen auf Kundenseite. So ist angedacht, die Leitwarte des Aachener Energieversorgers STAWAG auf so genannte „Thin Clients“ umzustellen. Zwar wird es hier noch Monitore, Mäuse und Tastaturen an den Arbeitsplätzen geben, aber die eigentlichen Rechenleistungen werden dann an das Rechenzentrum ausgelagert. Und ein virtueller Desktop-Arbeitsplatz verbraucht bis zu zwei Drittel weniger Strom als ein lokaler Arbeitsplatz-PC.
Auch durch den Einsatz von Bladeservern konnte die Effizienz der Servierinfrastruktur deutlich gesteigert werden.
2. Entwicklung energieeffizienter IT-Konzepte
Als Mitglied der Bundes-Arbeitgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister in Deutschland, Vitako, hat die regio iT die Gründung einer eigenen Facharbeitsgruppe „Energieeffiziente Rechenzentren“ mit voran getrieben. Und hält mit ihrem Geschäftsführer Dieter Rehfeld seit zwei Jahren den Vorsitz. Dies mit dem klaren Auftrag, ein Arbeitsprogramm zu entwickeln, das im Ergebnis konkrete Arbeitshilfen und Leitfäden für alle Vitako-Mitglieder bereit hält. Serveroptimierung und -konsolidierung unter dem besonderen Blickwinkel der Energieeffizienz sind hierbei ein zentrales Thema. Weiteres Augenmerk richtet die Facharbeitsgruppe auf die Gebäudetechnik der Rechenzentren.
3. Ausbau des neuen Rechenzentrums
Ein Großteil des Energiebedarfes in der Informations- und Kommunikationstechnologie fällt in den Rechenzentren an. Diese verbrauchen so viel Strom wie zwei Millionen deutscher Haushalte zusammen – äquivalent zum Kohlendioxidausstoß von 2,7 Mio. PKW. Es gibt also viel zu tun. Gerade auch im Bereich der Gebäudetechnik.
Beim Ausbau des neuen Rechenzentrums, das voraussichtlich im ersten Quartal 2011 seinen Betrieb aufnehmen wird, folgt die regio iT aktuellen Studienergebnissen zur Energie- und Ressourceneffizienz und besetzt hiermit eine Vorreiterrolle im kommunalen IT-Umfeld. Das neue Rechenzentrum wurde auf Basis folgender Einsparpotenziale konzipiert:
» thermisches Einhousen von Racksystemen
» Energieeinsparung durch Erhöhung der Raumtemperatur
» Energieeinsparung durch Freie Kühlung
» Energieeinsparung durch Einsatz hocheffizienter Umluftkühlsysteme
» Energieeinsparung durch Einsatz und Betrieb von Infrastruktursystemen mit optimierten Wirkungsgraden
» Effizienzsteigerung durch Einsatz übergreifender Steuerungssysteme und umfangreicher Erfassung der
Energieverbräuche
Auch das bestehende Rechenzentrum der regio iT in der Lombardenstrasse ist bereits umfassend optimiert
worden durch:
» Beschaffung von Bladesystemen
» Erhöhung der Virtualisierungsquote
» Erhöhung der Umgebungstemperatur in den RZ-Räumen
» konsequente Kalt-/Warmgangtrennung und Einhousung
Aktuell ist die regio iT am Forschungsprojekt „IT2Green“ unter Federführung der TU Berlin beteiligt. Mit der Zielsetzung, die Energieaufwendungen für einen Verbund von Rechenzentren, die so genannte „Cloud Dienste“ anbieten, zu optimieren. Hierbei wird quasi die Virtualisierung von der Serverebene innerhalb eines Rechenzentrums auf die Anwendungs- und Verarbeitungsebene verschoben. Leitgedanke ist dabei, dass im Rechenzentrum "gerechnet" werden soll, wo dies gerade am günstigsten ist. Kriterien hierfür: Preissignale des Energiemarkts sowie weitere Rechenzentrums interne Parameter.
4. Einsatz von Brennstoffzellen
Eine besondere Innovation verspricht der Einsatz von Brennstoffzellen als zukunftsweisende Technologie für Rechenzentren - hocheffizient und umweltfreundlich dazu. Gerade auch für die Notstromversorgung, denn zuverlässige Stromversorgung ist ein Kernelement der IT-Sicherheit. Hierdurch ließe sich der Dieselgenerator ablösen und das Batteriesystem reduzieren. Allerdings sind Lösungen auf Basis der Brennstoffzellen derzeit noch nicht umfassend ausgereift - einzelne Hersteller arbeiten aber bereits mit Eifer daran, in diesem Segment den Marktdurchbruch zu schaffen.
5. Gebäudeklimatisierung über Erdwärme
Auch das Energiekonzept des gesamten IT-Zentrums und seiner Büros in der Lombardenstrasse ist innovativ: Die Klimatisierung der Büroflächen erfolgt durch die Nutzung von Erdwärme in Verbindung mit einer Betonkerntemperierung. Durch Nutzung der relativ konstanten Erdtemperatur als Wärmequelle im Winter und als Kühlmedium im Sommer werden die Energiekosten möglichst gering gehalten und zusätzlich ein durchgehend angenehmes Raumklima geschaffen. Überhaupt ist die Gebäudearchitektur so gehalten, dass die Betonkerntemperierung voll wirksam werden kann.
6. Energiesparende PCs und Laptops
Auch bei der Beschaffung und Konfiguration der PCs und Laptops achtet die regio iT auf energiesparende Techniken. Und durch eine Ausschöpfung der Energiesparfunktionen wird der Energieverbrauch der Geräte zusätzlich optimiert - gerade auch bei Nicht-Nutzung. Ein weiterer Beitrag also zur Minderung von Energieverbrauch und Energiekosten.
7. Ressourcenschonende Entsorgung
Die Zahl der erworbenen – und letztendlich auch wieder zu entsorgenden – IT-Ressourcen steigt ständig. Das leider heute immer noch mangelhafte Recycling von wieder verwendbaren Computerkomponenten stellt nicht allein eine finanzielle Unwirtschaftlichkeit dar, sondern führt auch dazu, dass für die Neuproduktion dieser Teile weiterhin unnötig Ressourcen verbraucht werden. Auch hier sieht sich die regio iT in der Verantwortung: Um die ausgemusterte Hardware umweltgerecht zu entsorgen, arbeiten wir mit einem Recycling-Unternehmen zusammen.
8. Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Energieumfeld
Forschungsprojekt Smart Watts
Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Entwicklungsprojekt „Smart Watts“ setzt auf die intelligente Kilowattstunde: Schlaue Haushaltsgeräte steuern über ein Preissignal automatisch den Verbrauch so, dass angebotsstarke und daher günstige Zeiten bevorzugt werden. Tarifinfos zu den günstigen Einschaltintervallen gibt es übers Internet. Als Mitglied des Projektkonsortiums ist die regio iT neben der Entwicklung der zentralen Kommunikationsinfrastruktur auch mit der Entwicklung eines Online-Kundenportals zur Visualisierung für Endkunden beauftragt.
www.smartwatts.de
Forschungsprojekt Smart Wheels
Neben dem Forschungsprojekt „Smart Watts“ konnte sich die regio iT als Konsortialpartner in einem weiteren vom Bund geförderten Forschungsprojekt zum Thema Elektromobilität, „Smart Wheels“, positionieren. Stadtwerke stehen vor neuen lokalen Herausforderung: Ihre Kunden – modern, mobil, unabhängig – erwarten unkomplizierte Lösungen für die Nutzung von eMobility-Strom, so wie sie es seit Jahren vom gewöhnlichen Tanken oder der Handynutzung gewöhnt sind. Hierfür entwickelt die regio iT innovative Lösungen zum Abrechnungsservice.
www.smartwheels.de